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Millionenfach mehr Krebs durch Atomtests

Ein Münchener Wissenschaftler errechnet, daß die bisher angegebene Zahl der weltweiten Krebstoten aufgrund der Atomtests erheblich nach oben korrigiert werden muß

Berlin, 31. Juli. Die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) waren in ihrer Hochrechnung bisher immer davon ausgegangen, daß aufgrund der Atomtests bis zum Jahr 2000 zirka 430 000 Menschen an Krebs sterben würden. In einer neuen IPPNW-Studie berechnet der Münchener Biochemiker Prof. Dr. Roland Scholz jetzt anhand der Daten einer UN-Kommission und des Hiroshima-Instituts, daß allein die äußere Strahlenbelastung durch den Bomben-Fallout weltweit drei Millionen zusätzliche Krebstote bis zum Jahr 2000 verursachen könnte. Hinzu kämen die Folgen der Inkorporation von Radio-Nukliden durch Nahrung und Atemluft. Es könnte deshalb noch zusätzliche 30 Millionen Opfer durch Folgen der inkorporierten Radioaktivität geben.

Diese Sterblichkeitsziffern belegt Scholz in seinem Aufsatz"Verseuchung von Himmel und Erde" in der neu überarbeiteten underweiterten IPPNW-Studie "Bedrohung des Lebens durch radioaktive Strahlung". In seiner These unterstützt fühlt sich Scholzdurch jüngst in den USA bekannt gewordene Informationen über die Ergebnisse einer Studie des Nationalen Krebsinstituts (NCI), die vor 14 Jahren in Auftrag gegeben und bisher der Öffentlichkeit vorenthalten wurde.

Nach einer ersten Sichtung der Daten belegt die NCI-Studie, daß für Kinder durch die atmosphärischen Tests zwischen 1951 bis 1961 durch erhöhte Strahlenbelastung ein erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko bestand. Zudem gibt es Informationen über "hot spots" (besonders strahlenbelastete Gebiete), die der Öffentlichkeit nicht bekanntgegeben wurden.

Die Studie unterstützt die These von Scholz, daß über die Nahrungskette die Zahl der Opfer bedeutend höher ist, als bisher angenommen wurde. Ein großer Teil der Belastung entstand laut NCI durch den Verzehr von mit Jod-131 kontaminierter Kuh- und Ziegenmilch, das die Tiere durch von radioaktivem Regen verseuchtes Gras aufgenommen hatten.